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Danke bonnorange

Dieser Artikel ist im Original erschienen bei bundesstadt.com


 

Der Blick auf den Wecker verrät mir, dass ich noch 30 Minuten Zeit habe, bis ich um sieben endgültig in den Tag starte. Ich drehe mich noch einmal um und kuschle mich in meine warme Decke. Ich weiss, dass mich da draußen Minusgrade und Glätte erwarten. Noch nicht, noch ein paar Minuten…

Auf dem Betriebshof von bonnorange ist zur gleichen Zeit das Wetter nicht gemütlicher. Dennoch finden sich die Müllwerker hier zusammen und besteigen ihre Fahrzeuge. Insgesamt 31 dieser Sammelfahrzeuge sind täglich in Bonn unterwegs. Fast zeitgleich verlassen sie gegen sieben Uhr das Betriebsgelände, während ich mich aus dem Bett schäle und mich auf den Weg unter die Dusche mache.

Die Müllwerker von bonnorange gehören zu meinen stillen Helden des Alltags. Fast jeden Tag sehe ich mindestens einen Trupp irgendwo arbeiten. Sie nehmen sich selbstverständlich all dessen an, was wir zu Abfall deklariert haben und womit wir uns nicht mehr abgeben wollen. Sie sind Spezialisten ihres Fachs, und während wir versuchen, schnell an den lärmenden und übel riechenden Müllfahrzeugen vorbei zu eilen, verbringen die Teams der Müllwerker ihren gesamten Arbeitstag in diesem Umfeld. Ich finde es bewundernswert, dass die Männer und Frauen dies stets mit großer Freundlichkeit tun.

Müllwerker bei der Arbeit Bild: bonnorange

Müllwerker bei der Arbeit
Bild: bonnorange

Als ich in der Straßenbahn sitze, sehe ich, wie sich die großen Fahrzeuge mühsam ihren Weg durch den dichten Verkehr der Stadt suchen. Nicht selten müssen sie selber den Verkehr blockieren, um die Mülltonnen und -container zu den Fahrzeugen zu bugsieren und zu entleeren. Dabei fällt mir immer wieder auf, dass es manche Mitmenschen offenbar zur Kunst erhoben haben, die Füllmenge der Müllgefäße über den eigentlichen Rand hinaus zu maximieren und damit den Müllwerkern die Arbeit unnötig erschweren. Die Dreier-Teams – ein Team besteht meistens aus einem Fahrer und zwei Müllwerkern – arbeiten dennoch effektiv und verlieren nie viel Zeit.

Sobald das Fahrzeug voll ist, fährt das Team zur Entsorgungs- und Verwertungsanlage, um es dort zu entleeren. Danach geht es direkt wieder zurück zu dem Punkt, wo man zuvor hatte unterbrechen müssen. Dieser Routine, inkl. einiger Pausen, folgen die Teams den ganzen Tag. Für die Restmüllentsorgung arbeiten die Müllwerker übrigens in größeren Teams, da diese im sog. Vollservice erbracht wird. Das bedeutet für die Männer und Frauen in Orange, dass sie die Tonnen von ihren Stellplätzen zum Straßenrand bringen und nach der Leerung wieder zurück stellen. Über zu wenig Bewegung im Alltag wird sich da kaum jemand beschweren.

Am Ende des Tages haben die Teams dann den ganzen Abfall ihres Tagesreviers entsorgt. Nach Sperrmülltagen finden sich dann nur noch die Reste an den Straßenrändern, die unsere Mitmenschen mit auf den Haufen geworfen haben, obwohl sie eigentlich bekanntermaßen kein Sperrmüll sind. Dabei hält die Website von bonnorange ein ausführliches und sehr informatives A-Z der Müllentsorgung bereit, in dem man sich eigentlich (!) vorab informieren könnte.

Als ich nach Hause komme, ist meine blaue Tonne noch voll. Das hatte ich schon geahnt. Natürlich habe ich sie morgens nach dem Umdrehen, der langen Dusche und dem guten Frühstück zu spät raus gestellt. Mein Fehler. Die Jungs und Mädels von bonnorange stehen halt deutlich früher auf als ich und sind  schon voll aktiv, wenn bei mir gerade erst die Lebensgeister erwachen.

Ein ganz herzliches Dankeschön dafür von euren Bonnern!


Mit der Mini-Serie „Danke“ möchte ich gezielt auf Dienstleistungen aufmerksam machen, die in unserem Alltag nur allzu leicht in die Kategorie Selbstverständlich einsortiert werden und nur dann Aufmerksamkeit bekommen, wenn sie einmal nicht (zufriedenstellend) erbracht werden.

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