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Das Vielfache von Entsetzen

Ich stoße heute abend auf diesen in jeder Hinsicht bemerkenswerten Blog-Eintrag. Frau Meike beleuchtet unser Medien-Verhalten und das Verhalten unser Medien am Beispiel des Amoklaufes von München. Ich kann mich dem Beschriebenen kaum entziehen, weil es so rücksichtslos beleuchtet, warum ich mich nicht mehr in jeden Detailbericht zu jedem einzelnen Vorkommnis versenke. Dennoch betrachte ich mit großer Sorge, wie Medien unsere Ängste ausnutzen, die Menschen wie Du und ich mit ihrer Nutzung der sozialen Medien schaffen und zusätzlich befeuern. Sind wir eigentlich noch zu retten?

Was genau ist es, dass uns unser Heil in immer detaillierter Information suchen läßt? Warum reichen Texte nicht mehr aus, die distanziert das Geschehene zusammenfassen? Warum brauchen wir Videos – am besten live (20 Minuten alt ist ja schon News-Historie) – Bilder, die vollen Namen aller Beteiligten? Die Interviews mit den Betroffenen – seelisch oder körperlich verletzt, am besten ganz frisch, damit die Angst und Trauer auch authentisch ist?

Mit einem kurzen Zitat aus dem Text möchte ich nachdrücklich empfehlen, Frau Meikes Text nicht nur zu lesen, sondern zu inhalieren oder bewusst zu kauen. Irgendetwas, das ihre Nachricht für die nächste Zeit in der Erinnerung verankert.

Die Links, die man in den sozialen Medien findet, enthalten zumeist keine echten Informationen, sondern nur Gerüchte und andere Brandbeschleuniger, sie enthalten keinen Mehrwert. Die Hölle tut sich auf, wenn man nach schlimmen Ereignissen den offiziellen Hashtag anklickt und dort ungefiltert alles zu Gesicht bekommt, was Menschen zu dem Ereignis einfällt. Manches ist banal, manches geschmacklos, Populisten feiern jetzt ebenso ihren großen Moment wie Zyniker und andere Menschenfeinde.

 

 

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