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Mit dem Auto ins Café

Es wird wohl immer so sein, dass irgend etwas nicht stimmt – und das ändert sich je nach Sichtwinkel.

Heute lesen wir im Generalanzeiger Bonn, dass ein Restaurant in einem der gemütlichsten Stadtteile Bonns eine Ausnahmegenehmigung bekommt, einen bisherigen Parkplatz – zur Betonung noch einmal: einen! – zur Außengastronomie zu verwenden. Ich finde das prima. Aber wir müssen uns natürlich auch damit auseinander setzen, dass jetzt Autofahrer wieder einen Stellplatz weniger haben, der sie genau vor die Lieblingskneipe trägt. Jetzt muss man Runden drehen, weil man kaum noch freien (!) Parkraum findet. Ein Skandal!

Dazu habe ich einen ganz klaren Standpunkt: Nehmt das Fahrrad, lauft oder fahrt ÖPNV. Mir geht diese Jammerei unserer Autofahrer-Community nur noch auf die Nerven. Als wenn eine Stadt sicher ausschließlich nach den Wünschen der größten Lärm- und Dreckverschmutzer zu richten hätte. Gerade in Poppelsdorf wäre der Ausschluss des Individualverkehrs ein Segen für Bewohner und Besucher. Dort könnte man die vorhandene – ohnehin sehr enge – Straße zur Fußgängerzone machen, die lediglich ÖPNV zulässt.

Den Mut hat leider niemand. So wie unsere „große“ Politik den Dauer-Kotau vor der KFZ-Industrie etabliert hat, setzt man das im lokalen und regionalen mit den KFZ-Nutzern fort. Den Lebenswert eine Stadt zu steigern wäre dabei mit wenigen Entscheidungen zu machen – die muss nur jemand treffen wollen.

 


Featured image by paultarasenko

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